20.02.2012
Viel Lärm um einen Ulmer OB
Großer Empfang zu Ehren des Bürgerkönigs IVO. Lokale Prominenz, Bier und Bescheidenheit krönten die Bürgerparty in Ulm
der Ulmer OB Gönner wurde zu seinem 60. naturgemäß geehrt wie ein kleiner Regionalfürst. Mit viel Lokalprominenz, Bescheidenheit und Bürgernähe.
Ein Fest wie his masters voice in der Südwestpresse schreibt: "bescheiden daherkommend, aber anspruchsvoll im Ausdruck."
Zur Feier des Tages gab es nicht nur Butter auf die Brezzeln, sondern sogar Wurst auf den Wecken, wie der Sparminister Gunter Czisch verkündete. Er versuchte Gönner nachzuahmen und auch ein paar Witzle zu servieren, doch wie immer bei ihm landete all seine Redensart rasch in Trockenheit und Langeweile. Er sollte es sein lassen, er hat keinen Witz, vielleicht kommt später einmal, wenn er älter wird, ein Rinnsal Humor dazu, selbst bei ihm.
Das wollen wir ihm doch wünschen.
Den Vogel des Rede-Unglücks schoss allerdings Nils Schmid ab, Vizechef der Regierung und Vorsitzender der SPD im Ländle.
Mei Mah, warum kannst denn du dir keinen besseren Redenschreiber leisten? Der hätte dir gesagt, dass man so nicht reden darf:
" Nirgednwo wird mehr gelogen als bei Geburtstagen und Beerdigungen. Was ich jetzt sage, entspricht aber absolut der Wahrheit."
Oh je, ungeschickter geht‘s nimmer. "Anspruchsvoll daher kommend, aber bescheiden im Ausdruck", ähnlich wie zitiert.
Warum haben sie denn nicht den Späth reden lassen, wenn er schon da war, den Lothar, der kann‘s doch. Der hat Witz und Charme, ein seltenes Exemplar hierzulande.
Aber der Neid lässt es nicht zu, die ungeschlachten Dilettanten und Phrasendrescher drängen ans Rednerpult und zelebrieren ihre Mediokrität, samt Ehrenkäs und schlechter Aussprache.
Sonst natürlich das Übliche. Jaja, fleißg ist er unser Schultes, bescheiden, bürgernah und was der Klischees mehr sind. Auch vergisst er nicht seine Frau zu erwähnen und wie er sie liebt und schätzt. Das kommt immer sehr gut an.
Bei solchen Gelegenheiten bleibt man gerne daheim hinterm Ofen und liest etwas Gescheites.
© Peter Zwey