18.02.2012
und natürlich kriecht zu diesem wichtigen Anlass seine Hauszeitung, die SWP, an ihn heran, um ihm ergebene Fragen zu stellen, die er wie ein Zirkusconferencier mit Meisterphrasen quittiert. Es steht bei Lichte gar nichts drin in dem Interview, nur üblicher Papiermist, den jeder behaupten kann. Ich halte den Gönner für nicht so dumm, wie er oft daher redet. Er hat kein Sprachgefühl, er erkennt nie, dass die Bedeutungen, die er strapaziert schon längst ums Eck sind, bevor er ihnen hinterher springt. Kreativität und Offenheit sagen niemand mehr irgendetwas, wenn sie nicht ganz konkret gemeint werden und an bestimmte Objekte und Erlebnisse gebunden werden. So für sich selbst ist das einfach nur üblicher Phrasenmist, den der Bürgermeister von Neu Ulm, Kenpten, Günzburg genauso in der selben Beliebigkeit für sich und sein Nest beanspruchen mag und kann. Nichtssagendes Gerede. Nehmen wir nur z. B. die absurde Frage nach seinen Kindern, wie wichtig ihm die sind, was er von ihnen lernt. Bitte schön, O-Ton Ivo: „ Die Kinder spiegeln die Wünsche , Empfindungen und Wahrnehmungen junger Bürger wider.“ Aha, seine kleinen Kinder sind bereits Bürger, hoch interessant. Weiter: „ Aus ihren Einstellungen und Meinungen kann ich vieles für mich gewinnen, insbesondere, dass die Offenheit für neue Entwicklungen und Einstellungen immer gewahrt bleiben- ohne eigene Einstellungen und Überzeugungen zu verleugnen.“ Ach was, da kämpft man mit dem Schlaf schon in der Morgenstunde. Material fürs DaDa.-Kabarett. Diesen Ausgewogenheitsquark, den er immerzu herunter leiert, nicht ohne darauf hin zu verweisen, dass bei aller Offenheit die eigene Überzeugung niemals - also bitte, so blöd kann er gar nicht sein, wie er redet. Und seine SWP- Lakaien stören ihn natürlich auch nicht in seiner Phrasen- Suada, sondern bringen jeden Mist brav zu Papier. Schade um den teuren Anzeigenplatz, der hier vergeudet wird. Noch ein Paradebeispiel für das Nihil seiner Reden: Er rühmt sich die richtigen Weichen gestellt zu haben für das Leben in der Stadt. Auf den leisen Einwand, das täten andere ja auch, antwortet er wieder voller Pathos eines Ubi Roi: „Bei uns kommt hinzu, dass die Stabilität verbunden ist mit Offenheit und Kreativität. Das knüpft an unsere Ulmer Geschichte an und legt die tragfähigen Grundlagen für die künfige Entwicklung unserer Stadt.“ Wehe die Grundlagen wären nicht tragfähig, der Schimmel schwarz, statt weiß, oder aus Kaugummi solcher billigen Redensarten. Nein, es ist unsäglich abstrakt und nebulös. Nichts zum Denken, nichts zum Fragen, nur Honoratiorenmüll. Ich sage ja immer schon, er bräuchte einen Ghostwriter, um wenigstens ein bisschen substantieller zu werden mit seinem endlosen Gequatsche.
© Peter Zwey