17.02.2012
Die netten Kinder unserer Reichen
Sie sind schlecht in der Schule, waren aber schon überall, an den schönsten Plätzen in der Welt.
Nichts gegen reiche und neu-reiche Leute, ein Wohlleben hat jeder verdient. Zum Glück ist es wenigsten einigen Glücklichen vergönnt. Doch wie die Neureichen und Wohlhabenden ihre Kinder erziehen, ist in vielen Fällen betrüblich. Statt dass diese es lernten, ihr Privileg zu nutzen, werden sie zum Angeben und Prassen verführt. Denn die Eltern haben es ja. So erzählt mir ein 16 jähriger Schnösel, der jeden zweiten Satz mit „keine Ahnung“ beginnt, und überhaupt schauderhaft schlecht und schlampig Deutsch spricht, um zu demonstrieren, wie wenig ihn sein Unwissen und seine Unkultur kümmert, wo er schon überall war. Natürlich kennt er sämtliche Konsummarken, war schon oft in St Tropez,. kennt die Kinder andrer Krösusse wie die kleine Fielmann, die aber doof sei und den jungen Schlecker. Dieser habe, als er 20 war, so geht die Saga herum in Ehingen, mit einem 100 €- Schein seine Zigaretten angezündet. Da lacht er und schaut,welchen Eindruck er mit dieser Anekdote vielleicht auch bei mir erzielen kann.
Wenn es bei ihm mit der Schule nicht klappte, könne er jederzeit in einer der Firmen einstiegen, deren Inhaber mit seinen Eltern befreundet seien. Er habe schon überall in der ganzen Welt an schönsten Plätzen Urlaub gemacht, er spiele Golf in Rißtissen und sei dort , anders als in der Schule, sehr beliebt. Auch den Chef der Porschevertretung in Neu Ulm kenne er sehr gut. Er selbst wolle mal Verkäufer werden wie sein Vater, der der beste Verkäufer der ganzen Region sei.
Dazu habe er bestimmt das Talent geerbt, denn er könne auch sehr gut reden. Das habe er schon gemerkt, als er einmal mit Thomas Gottschalk beim Essen im Vier Jahreszeiten in München dabei war. Da habe der Gottschalk auch gestaunt über ihn und ihn sehr sympathisch gefunden. In der Schule müsse er jetzt ein bisschen anziehen, denn sein Vater habe ihm gesagt, der freilich auch schlecht in de Schule gewesen sei und das Verkaufen erst richtig bei BMW gelernt habe, aber die Schule könne er ihm nicht schenken, habe sein Vater gesagt, die Schule müsse er selber schaffen, alles andere wie Beziehungen und Tricks im Geschäftsleben könne er ihm dann schon vermitteln.
Ein kleiner, 16 jähriger verzogener Bub mit netten Lächeln und mächtigen Sprüchen.
Ob das gut gehen kann?
© Carl Setzer