19.02.2012

Die Katholische Kirche darf als "Kinderficker-Sekte" bezeichnet werden

Cui bono?

Die katholische Kirche darf als “Kinderficker-Sekte” bezeichnet werden – zumindest in der aktuell laufenden Debatte über die Missbrauchsfälle in dieser Religionsgemeinschaft. Ein Debatteneintrag mit so einer Aussage sei nicht geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören, befand nun eine Berliner Amtsrichterin. Sie lehnte die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Blogger Jörg Kantel ab, den die Staatsanwaltschaft wegen Gotteslästerung angeklagt hatte.

Kantel hatte die katholische Kirche in seinem Blog Schockwellenreiter als “Kinderficker-Sekte” bezeichnet. Eine Beschimpfung sei für die Richterin  zu erkennen, aber die Äußerung störe nicht den öffentlichen Frieden – dies jedoch verlange das Gesetz aber ausdrücklich.

Kantel zitierte aus dem Ablehnungsbeschluss des Amtsgerichts:

Es gäbe in der Tat heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche. Das Vertrauen ist erschüttert worden, insbesondere in die Institution »katholische Kirche«.

Die katholische Kirche sei daran  nicht unschuldig. Sämtliche öffentlichen Diskussion die entstaden sind , sind entstanden durch die in den letzten beiden Jahren bekannt gewordenen zahlreichen Fälle von Missbrauchshandlungen - durch  katholische Geistliche und andere Mitarbeiter der katholischen Kirche.

Laut Kantel schildert die Richterin einige der schlimmsten Missbrauchsfälle der letzten Zeit. Deshalb würde auch die starke Äußerung des Bloggers  den öffentlichen Frieden nicht gefährden. Die Meinungsfreiheit reicht in diesem Bereich also so weit, dass die katholische Kirche als “Kinderficker-Sekte” bezeichnet werden darf.

Die Staatsanwaltschaft kann gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen.[Quelle]

Wem nutzt diese Entscheidung? Den Opfern sicher nicht. Und den Mitgliedern der Katholischen Kirche auch nicht. Den Gläubigen, den katholisch Getauften schadet es. Es beleidigt den Papst. Es ist vulgär. Unsäglich.

© Fatima Yildiz