20.02.2012

Der Schirrmacher- von der FAZ

Der Herausgeber der FAZ bastelt immer wieder hübsche Papier-Entchen.

er wäre so gerne Theoretiker, eine gut gemachte Rezension eines Buches genügt ihm nicht, er möchte die Epoche bemeißeln und erfassen. Den hoch-intellektuellen Disput zwischen Papst Ratzinger und Habermas moderieren, am liebsten. Er möchte täglich in der Paulskirche zur Nation sprechen. Naja ,zum Bundespräsidenten ist er noch zu jung, der Babyboomer, aber nach Gauck, wer weiß? vielleicht? Immer weder versucht er Theorien wie Böden in die Stimmung zu legen, auf denen er dann doch noch das Laufen lernen könnte. Gestern am Sonntag wieder ein Versuch aus seiner Feder, der Generation der Babyboomer auf die Spur zu kommen. Die Generation der 1955-70 Geborenen. Wulff gehört dazu, er selbst Frankyboy Sch., Roland Koch und viele, die politisch versagten und das Handtuch schmeißen mussten. Denn die Babyboomer, so Schirrmacher, hätten nie einen Zugang zu den Ideen gefunden, nie Platon verstanden, ja nicht einmal studiert. Sie hätten nur die Märkte verstanden, über die sie das Volk zu lenken wünschten. Das klappte nicht. Natürlich sei das alles viel zu pauschal, was er da schreibe, räumt er ein, das wisse er auch, aber trotzdem. Trotzdem? Ja, denn eine Theorie muss her. Wenn der Einzelne schon nichts für seine Generation könne, dann müsse diese wenigstens für ihre verfehlten mangelhaften Vertreter verantwortlich gemacht werden. Welche krude Theorie. Was hat er, hat ihn was gestochen, ein böser Traum? Dass alles umsonst ist, nichts von ihm bleiben wird? Unsterblichkeits- Panik? Denn selbst wenn es wahr wäre, dass 98 % dieser Babyboomer nichts taugten, keine Idee haben könnten, nur Karrieren und viel Geld verdienten, wär es immer noch möglich, dass unter den restlichen 2 % einer oder zwei sich noch fänden, die wahre Entdeckungen hervorbringen und die Welt noch einmal aus den Angeln höben. Schirrmacher hätte wieder völlig umsonst ge-unkt.

© Peter Zwey